Inhalt
- Was genau sind Papageientaucher?
- Die beste Zeit, um Papageientaucher in Island zu sehen
- Die besten Orte für Papageientauchersichtungen in Island
- Wie Sie die Papageientaucher in Island am besten erleben
- Tipps für die Beobachtung von Papageientauchern
- Planen Sie Ihre Reise zu den Papageientauchern in Island
Was genau sind Papageientaucher?
Papageientaucher sind kleine Seevögel, die sich durch ihre charakteristische schwarz-weiße Gefiederzeichnung sowie ihren markanten, gelb, orange oder schwarz gefärbten Schnabel auszeichnen. Aufgrund dieses einzigartigen Aussehens werden sie auch oft „Papageien der Meere“ oder „Clowns der Meere“ bezeichnet.
Es gibt insgesamt drei Arten: den Gelbschopflund, den Hornlund und den Atlantischen Papageientaucher. Island ist die Heimat des Atlantischen Papageientauchers. Während man diese Art auch in anderen Ländern mit Nordatlantikküste antrifft, sind die beiden anderen Arten eher im Pazifikraum beheimatet.
Papageientaucher leben in den Nischen und Spalten von Steilklippen in unmittelbarer Meeresnähe. Ihr Leben teilt sich auf zwischen der offenen See und den Brutplätzen an Land. Sie ernähren sich vorwiegend von Plankton, kleinen Fischen und Krebsen. Bei der Jagd erweisen sie sich als geschickte Taucher, die auf der Suche nach Nahrung tief unter die Meeresoberfläche abtauchen können.

Wie bereits erwähnt, beherbergt Island den größten Teil der weltweiten Population des Atlantischen Papageientauchers. Insbesondere die isländischen Westmännerinseln gelten als das weltweit größte zusammenhängende Brutgebiet dieser Vögel.
Es wird geschätzt, dass es weltweit etwa 12 bis 14 Millionen Papageientaucher gibt. Da die Bestände jedoch rückläufig sind, wird die Art als „gefährdet“ eingestuft. Papageientaucher brüten bevorzugt auf Inseln, auf denen es keine natürlichen Fressfeinde gibt. Dennoch sind sie gelegentlich Bedrohungen durch andere Seevögel sowie durch domestizierte Tiere wie Hunde und Katzen ausgesetzt. Zudem belasten ein schwindendes Nahrungsangebot, die industrielle Fischerei auf hoher See und die Meeresverschmutzung die Populationen.
Historisch gesehen gehörte übrigens auch der Mensch zu den Fressfeinden der Vögel. In früheren Zeiten wurden Papageientaucher gefangen und verzehrt, und ihre Daunen wurden für Betten genutzt. Obwohl der Verzehr von Papageientauchern in Island gesetzlich nach wie vor erlaubt ist, verzichten die meisten Menschen heute bewusst darauf, um die Bestände dieser Tiere zu schützen.
Die beste Zeit, um Papageientaucher in Island zu sehen
Das richtige Timing ist entscheidend.
Die Papageientaucher treffen im Mai in Island ein und bleiben bis Ende August, bevor sie für den Rest des Jahres wieder auf das offene Meer hinausziehen.
Wenn Sie das Land zwischen September und April besuchen, werden Sie die Vögel an Land überhaupt nicht antreffen.
Die besten Monate:
- Juni und Juli: Absolute Hochsaison mit den größten Kolonien
- Mai und August: Weniger Besucherströme, dennoch sehr gute Chancen auf Sichtungen
Die beste Tageszeit:
- Früh am Morgen oder am Abend, wenn die Papageientaucher besonders aktiv sind
Die besten Orte für Papageientauchersichtungen in Island
Sie finden Papageientaucher entlang der gesamten Küstenklippen und auf den vorgelagerten Inseln des Landes. Einige dieser Orte sind spielend leicht zu erreichen, während andere ein kleines Abenteuer versprechen.
Hier sind die besten Plätze im Überblick:
Die Westmännerinseln (das schönste Gesamterlebnis)
- Das spricht dafür: Eine der weltweit größten Kolonien von Papageientauchern
- Anreise: Eine einstündige Fährüberfahrt von der Südküste
- Ideal für: Sichtungen aus nächster Nähe und einen perfekten Tagesausflug
Die Westmännerinseln sind zweifellos die Top-Adresse, um Papageientaucher in Island zu erleben, da dieser Archipel einen gewaltigen Anteil der landesweiten Population beherbergt. Um Ihnen ein Gefühl für die Dimensionen zu geben: Island ist die Heimat von rund 60 % des weltweiten Bestands an Atlantischen Papageientauchern – und stolze 20 % der Weltpopulation nisten allein auf den Westmännerinseln. Das ist eine beeindruckende Menge an Vögeln!
Das Archipel besteht aus mehr als einem Dutzend Inseln, von denen Heimaey die größte und mit rund 4.300 Einwohnern einzige bewohnte Insel ist. Wenn Sie die Papageientaucher erleben möchten, führt Ihr Weg nach Heimaey. Dort können Sie die Vögel hautnah beobachten, manchmal sogar direkt in den Straßen oder den Gärten der Einwohner.
Um nach Heimaey zu gelangen, nutzen Sie die Fähre vom isländischen Festland. Die Überfahrt dauert pro Strecke etwa eine Stunde und startet nahe dem berühmtem Wasserfall Seljalandsfoss im Süden Islands. Der Ausflug lohnt sich auf jeden Fall, selbst wenn Sie dafür einen halben oder ganzen Tag einplanen müssen. Neben der Vogelbeobachtung bietet Heimaey noch zahlreiche weitere Aktivitäten, darunter fantastische Wanderwege, Bootstouren und Möglichkeiten zur Beobachtung anderer Seevögel.

Dyrhólaey (der komfortabelste Zwischenstopp an der Südküste)
- Das spricht dafür: Einfache Anreise und dramatische Klippenlandschaften
- Anreise: Ein kurzer Abstecher von der Ringstraße nahe Vík
- Ideal für: Einen lohnenden Kurzaufenthalt während eines Roadtrips
Dyrhólaey ist einer der am einfachsten zu erreichenden Orte für Papageientauchersichtungen, wenn Sie mit dem Auto entlang der Südküste unterwegs sind.
Die Vögel nisten direkt an den Klippen nahe dem berühmten Felsentor. Im Sommer sind Sichtungen hier an der Tagesordnung, wenngleich bestimmte Abschnitte temporär gesperrt sein können, um die brütenden Vögel zu schützen.

Da die Atlantischen Papageientaucher diesen Ort intensiv als Nistplatz nutzen, wird das Areal zum Schutz der Tiere phasenweise für Besucher abgesperrt. Doch selbst wenn der Bereich gesperrt ist, können Sie die Vögel aus der Distanz beobachten. Bitte achten Sie in jedem Fall darauf, den Tieren ausreichend Freiraum zu lassen.
Wenn Sie bereits in der Gegend sind, sollten Sie es nicht versäumen, den schwarzen Sandstrand in vollen Zügen zu genießen und das nahe gelegene, charmante Dorf Vík zu besuchen – ein absolutes Must-See auf jedem Roadtrip entlang der Südküste.
Borgarfjördur Eystri (die beste Aussicht aus nächster Nähe)
- Das spricht dafür: Hervorragend gelegene Aussichtsplattformen
- Anreise: Eine abgelegene Fahrt in den Osten Islands
- Ideal für: Eine sichere, nahe und komfortable Beobachtung
Hier ist eine der am besten zugänglichen Papageientaucherkolonien in ganz Island. Schön angelegte Holzstege führen Sie direkt an die Kante der Klippen, ohne dass Sie dabei die Vögel stören.
Der Ort liegt zwar etwas abseits der klassischen Routen, ist den kleinen Umweg jedoch mehr als wert.

Die Steilküste Látrabjarg (die dramatischste Kulisse)
- Das spricht dafür: Einer der größten Vogelfelsen Europas
- Anreise: Eine abgeschiedene Fahrt in die Westfjorde
- Ideal für: Fotografie und monumentale Landschaften
Die Steilküste Látrabjarg ist einer der renommiertesten Orte für die Beobachtung von Papageientauchern. Hier versammeln sich rund 40 % des weltweiten Gesamtbestands dieser Vögel. Die Küste befindet sich in den Westfjorden und ist ein Magnet für Ornithologen, Wanderer, Fotografen und mehr. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Westfjorde zu den anspruchsvollsten und rauesten Terrains Islands gehören. Das sollten Sie sowohl bei der Anreise als auch bei Ihren Wanderungen vor Ort stets bedenken.
Naturreservat Hornstrandir (das beste Wildnis-Abenteuer)
- Das spricht dafür: Wilde, unberührte Natur und eine ausgezeichnete Vogelwelt
- Anreise: Ausschließich per Boot mit anschließender Wanderung in den Westfjorden
- Ideal für: Abenteuerlustige Reisende und ambitionierte Naturliebhaber
Ebenfalls in den Westfjorden gelegen besticht das Naturreservat Hornstrandir durch zwei Nistplätze der Papageientaucher: Hornbjarg und Haelavíkurbjarg. Bitte bedenken Sie, dass die Reise in dieses Reservat eine echte Expedition ist: Sie erfordert zunächst eine Bootsüberfahrt und im Anschluss ausgedehnte Wanderungen. Das Schutzgebiet ist für jeglichen motorisierten Verkehr gesperrt und vollkommen unbewohnt. Dafür erwartet Sie eine reiche Tierwelt. Neben den Papageientauchern ist hier unter anderem auch der Polarfuchs heimisch.
Still, abgelegen und völlig unberührt von menschlicher Zivilisation bietet dieses Reservat ein Erlebnis, das in seiner Intensität unvergleichlich ist.

Reykjavik (einfachste Option)
- Das spricht dafür: Bequeme Erreichbarkeit direkt von der Hauptstraße aus
- Anreise: Bootstouren ab dem Hafen von Reykjavik
- Ideal für: Kurze Aufenthalte oder spontane Ausflüge
Wenn Sie sich nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernen möchten, müssen Sie im Sommer dennoch nicht auf das Erlebnis verzichten. Vom Hafen in Reykjavik aus bringen Sie Ausflugsboote zu den nahe gelegenen Inseln Akurey und Lundey, auf denen die Papageientaucher während der Saison ihre Nester bauen.
Das ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Vogelbeobachtung in einen kürzeren Island-Aufenthalt zu integrieren.
Weitere sehenswerte Orte
Naturreservat Ingólfshöfdi (Südküste – nur im Rahmen geführter Touren)
Ebenfalls an der Südküste gelegen ist das Naturreservat Ingólfshöfdi ein überaus populärer Ort für Vogelbeobachtungen. In dieser abgelegenen Region nahe Skaftafell ist ein Kap, an dem sich im Sommer Tausende von Seevögeln, darunter Papageientaucher, versammeln. Das Reservat liegt etwa fünf Autostunden von Reykjavik entfernt. Es bietet sich daher an, den Besuch in einen ohnehin geplanten Roadtrip durch den Süden Islands zu integrieren.
Bitte beachten Sie, dass der Zugang zum Naturreservat ausschließlich im Rahmen einer gebuchten Tour gestattet ist. Der Anbieter Öraefaferdir bietet von Mitte Mai bis Mitte August spezielle Touren an: Dabei werden Sie auf einem von einem Traktor gezogenen Heuwagen zum Kap transportiert, gefolgt von einer leichten Wanderung durch das Schutzgebiet. Der Veranstalter verspricht dabei eine Sichtungsgarantie von 99 %.
Die Touren finden täglich außer sonntags statt. Die Tickets kosten 10.000 ISK pro Person (ca. 66 EUR bzw. 71 USD).
Halbinsel Tjörnes (Nordisland)
Die Halbinsel Tjörnes ist von Húsavík aus leicht zu erreichen. Zu den absoluten Highlights der Region gehören das Kap Raudinúpur sowie die Inseln Grimsey und Lundey. Wenn Sie einen Roadtrip durch den Norden Islands planen, lässt sich dieser wunderbar entlang des regionalen Birding Trail zu einer maßgeschneiderten Reise für Vogelbeobachter ausweiten.
Breidafjördur
Breidafjördur ist eine weite, inselreiche Bucht zwischen den Westfjorden und der Snaefellsnes-Halbinsel. Die unzähligen kleinen Inseln dienen den Papageientauchern als sichere Heimat. Von Stykkishólmur aus legen regelmäßig Boote ab, die Sie direkt in die Lebensräume der Vögel bringen.
Wenn Sie vor Ort sind, sollten Sie es keineswegs versäumen, auch den Rest der Snaefellsnes-Halbinsel zu erkunden. Aufgrund ihrer landschaftlichen Vielfalt wird sie oft auch als „Island im Miniaturformat“ bezeichnet.
Wie Sie die Papageientaucher in Island am besten erleben
Für Ihre Planung stehen Ihnen zwei Wege offen:
Auf eigene Faust mit dem Mietwagen (ideal für maximale Flexibilität)
Wenn Sie selbst fahren, haben Sie die Freiheit, verschiedene Beobachtungsorte in Ihrem ganz eigenen Tempo anzusteuern.
Viele der Top-Spots wie Dyrhólaey oder Borgarfjördur Eystri sind unkompliziert über das Straßennetz erreichbar, was diese Option perfekt für einen Roadtrip macht.
Ihr Vorteil dabei:
- Weniger Touristen
- Mehr Zeit an jedem Ort
- Bessere Chancen, tolle Fotos zu machen
Im Rahmen einer geführten Tour (ideal für den höchsten Komfort)
Wenn Sie eine einfachere Option möchten, ist eine der zahlreichen Papageientaucher-Touren, besonders per Boot, die perfekte Wahl.
Diese Option ist ideal, wenn:
- Ihr Ausgangspunkt Reykjavik ist
- Sie wenig Zeit haben
- Sie nicht fahren möchten
Tipps für die Beobachtung von Papageientauchern
Um das Beste aus Ihrem Erlebnis zu machen, beachten Sie die folgenden Hinweise:
- Abstand halten – Papageientaucher sind nicht gefährlich, dürfen jedoch in keiner Weise gestört werden
- Ruhe bewahren – Vermeiden Sie laute Geräusche in der Nähe der Nistplätze
- Vorsichtig gehen – Nisthöhlen im Boden können einstürzen, wenn Sie darauf treten
- Fernglas einpacken – Besonders an den Klippen unverzichtbar
- Warm kleiden – An den Küsten herrscht selbst im Hochsommer oft ein starker Wind
Und der wichtigste Punkt: Berühren Sie die Vögel niemals und mischen Sie sich nicht ein. Es ist nicht nur schädlich für die Tiere, sondern auch illegal.

Planen Sie Ihre Reise zu den Papageientauchern in Island
Wenn Sie vorhaben, mehrere der faszinierenden Brutplätze zu besuchen, bietet Ihnen ein eigener Mietwagen unschätzbare Vorteile. Er schenkt Ihnen die Unabhängigkeit, Islands spektakuläre Küstenlinien in Ihrem eigenen Tempo zu erkunden – ohne starre Tourpläne.
Mit Lava Car Rental nehmen Sie Ihr Fahrzeug direkt nach der Landung am Flughafen Keflavík in Empfang und können Ihr Abenteuer ohne Umwege starten. Ganz gleich, ob Sie sich auf die klassische Südküste konzentrieren oder die entlegeneren Regionen ansteuern möchten: Ein Mietwagen ist der komfortabelste Weg, Island in all seiner Vielfalt und in Ihrem eigenen Rhythmus zu erleben.
Häufig gestellte Fragen zu Papageientauchern in Island
Wann ist die beste Jahreszeit, um Papageientaucher in Island zu sehen?
Die beste Zeit, um Papageientaucher in Island zu beobachten, liegt zwischen Mai und August, wenn die Vögel zum Brüten an Land kommen. Die absolute Hochsaison sind die Monate Juni und Juli. Zu dieser Zeit sind die Kolonien am größten und Sichtungen an den bekannten Plätzen nahezu garantiert.
Kann man Papageientaucher in Island das ganze Jahr über sehen?
Nein, an Land kann man Papageientaucher nicht das ganze Jahr über beobachten. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens auf dem offenen Meer und kehren lediglich für die Sommermonate nach Island zurück. Von September bis April ist es fast unmöglich, sie vom Land aus zu sehen.
Zu welcher Tageszeit lassen sich Papageientaucher am besten beobachten?
Papageientaucher sind am frühen Morgen und am späten Abend am aktivsten, da sie zu diesen Zeiten zwischen dem Meer und ihren Nestern hin- und herfliegen. Diese ruhigeren Stunden bieten zudem den Vorteil, dass weniger Besucher vor Ort sind, was das Beobachtungserlebnis noch ansprechender macht.
Muss man an einer geführten Tour teilnehmen, um in Island Papageientaucher zu beobachten?
Nein. Viele Brutplätze sind bequem mit dem Auto erreichbar, besonders entlang der Südküste und im Osten Islands. Geführte Touren sind jedoch eine hervorragende Option, wenn Sie ein begleitetes Erlebnis bevorzugen oder von Reykjavik aus ohne eigenes Fahrzeug reisen.
Sind Papageientaucher in Island leicht zu finden?
Ja, während der Sommermonate sind Papageientaucher an den bekannten Nistplätzen verhältnismäßig leicht zu entdecken. In der Hauptsaison kann man sie an den berühmten Steilklippen und Inseln oft in beeindruckend großer Zahl beobachten.
Wie nah kann man an die Papageientaucher herankommen?
An einigen Standorten, besonders dort, wo eigens Aussichtsplattformen errichtet wurden, kann man den Vögeln recht nahe kommen. Dennoch ist es besonders wichtig, stets einen respektvollen Abstand einzuhalten, um die Tiere und ihre Brutstätten nicht zu stören.
